Ursachen von Spontanpneumothorax bei Hunden

Ursachen von Spontanpneumothorax bei Hunden

Gibt es irgendwelche aktuellen Informationen
über die Ursachen von Spontanpneumothorax (Luft im Brustraum) bei Hunden?

1. Bei einem spontanen Pneumothorax handelt es sich in der Regel um einen „inneren“
Pneumothorax. D.h. durch Schädigung der Lunge bzw. der Bronchien kommt
es zum Auftreten von sogenannten „Luftlecks“ (engl. „air leaks“)
aus denen Luft in den Brustraum entweicht. Ebenso kann durch Perforationen in
der Speisseröhre, Luft in den Brustraum gelangen. Der im Brustraum herrschende
Unterdruck wird durch die einströmende Luft aufgehoben und die Lunge (bzw.
die Lungenhälfte) kollabiert oder wird zumindest in ihrer Dehnungsfähigkeit
nachteilig beeinträchtigt. Ursächlich für solche „Luftlecks“
sind gewöhnlich pathologische Prozesse der Lunge, wie z.B. Lungentumoren,
Lungenabszesse, Fremdkörpergranulome oder Lungenzysten, die aufbrechen
und ein Entweichen der Luft in den Brustraum ermöglichen. Generell können
alle parenchymatöse Lungenerkrankungen auf diese Weise zu Pneumothoraces
führen. Eine häufige Ursache sind Atemwegsobstruktionen z.B. durch
aspirierter Fremdkörper, Tracheallkollaps, allergische Reaktionen der Atemwege
oder auch COPD. Da hierbei gegen einen Widerstand ausgeatmet werden muß,
werden in der Lunge hohe Atemwegsdrücke erzeugt, die zu Lungenstrukturschädigungen
und zu Zerreissungen der Lungenbläschen mit Austreten der Luft in den Brustraum
führen können. Bei vorliegender Ventilfunktion wird zudem mehr Luft
eingeatmet als ausgeatmet. Dadurch wird immer mehr Luft in der Lunge zurückgehalten
(„air trapping“), was wiederum ein Reissen der Lungenbläschen
zur Folge hat. In glimpflich verlaufenden Fällen entsteht daraus ein Lungenemphysem,
bei schweren Fällen hingegen kann die Luft auch in den Brustraum, das Mediastinum
und sogar in den Herzbeutel gelangen. Ferner können abgeschluckte Fremdkörper
direkt zur Perforation von Lungengewebe oder Bronchien, mit nachfolgend ausströmender
Luft, führen. Nicht außer Acht zu lassen, sind mögliche Fehler
während künstlicher Beatmung. wenn z.B. bei Operationen am offenen
Thorax dem Kollabieren der Lunge entgegengewirkt werden muß. Auch hier
können bei fehlerhafter Einstellung am Beatmungsgerät zu hohe Atemwegsdrücke,
mit den oben bereits genannten Folgen, erzeugt werden. Neuerdings ist in der
Literatur, das Auftreten eines spontanen Pneumothorax als Folge von Parasitenbefall
beschrieben worden (Echinokokkose=Bandwurm, Dirofilaria immitis=Herzwurm; Paragonimiasis=Lungenegel).
Gleichwohl gehören solche Fälle eher zu den Ausnahmen.

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